publicplan E-Government Blog Slider

Kurzinterviews zum Thema "Open Data", Teil 3: Wien und Offene Daten

Blog

Kontakt

publicplan GmbH

Kennedydamm 24
40476 Düsseldorf

 

Tel +49 (0)211 635501-80
Fax +49 (0)211 635501-89

 

Torstraße 218
10115 Berlin

 

Tel +49 (0)30 6098980-80
Fax +49 (0)30 6098980-89

infoatpublicplan.de

Kurzinterviews zum Thema "Open Data", Teil 3: Wien und Offene Daten

Autor
Dr. Christian Knebel
Datum

Nachdem wir bereits mit www.daten.berlin.de und www.offeneskoeln.de erste Beispiele von Open Data-Plattformen auf unserem Blog via Kurzinterview mit den Verantwortlichen vorgestellt haben, gibt es heute ein Beispiel aus Österreich. Wir sprachen mit Thomas Skerlan-Schuhböck von der Magistratsdirektion der Stadt Wien, Geschäftsbereich Organisation & Sicherheit, Informations- & Kommunikationstechnologie. Er beantwortete uns 5 Fragen zum Projekt "Open Government Data Wien".

Open Data Wien

 

publicplan GmbH (PP): Sehr geehrter Herr Skerlan-Schuhböck, vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für unseren Fragekatalog zu "Offene Daten für Wien" nehmen. Welche Open Data-Strategie verfolgen Sie mit Ihrem Projekt?

Thomas Skerlan-Schuhböck (TSS): Die Stadt Wien "sitzt" nicht auf ihren Daten, sondern stellt diese mit einfachen Nutzungsbedingungen (CC BY 3.0) in entsprechender Qualität und in den benötigten Formaten zur Verfügung. Durch den stark vereinfachten Zugang gegenüber bisherigen Vertriebsmodellen wird der Kreis der Nutzerinnen und Nutzer von Daten und Diensten vergrößert. Dies führt zu einem höheren Bekanntheitsgrad der angebotenen Daten und Dienste und belebt die Wertschöpfungskette. Die Transparenz der Verwaltung wird mit dem Projekt gesteigert. Die Bürgerinnen und Bürger werden als mündige Partnerinnen und Partner anerkannt, da sie selbst das Datenmaterial der Verwaltung interpretieren und weiterverarbeiten können. Hinzu kommt, dass der Verwaltungsaufwand reduziert wird, da sich mit jeder Erleichterung des Zugangs der Administrations- und der Betreuungsaufwand verringert wird. Die Verwaltung kann sich mehr auf die "Spezialfälle" konzentrieren. Das Massengeschäft wird automatisiert abgewickelt. Verwaltungsprozesse und Entscheidungen werden vereinfacht: Die Anzahl der unterschiedlich zu verwaltenden NutzerInnen-Gruppen (wie Lehre, Wissenschaft, Medien, Blaulicht-Organisationen, Verwaltungen) wird minimiert. Eine unterschiedliche Behandlung mit unterschiedlichen Nutzungsrechten und Preismodellen ist nicht mehr notwendig.

Die 10 internationalen OGD-Prinzipien werden in Wien berücksichtigt: Vollständigkeit, Primärquelle, zeitliche Nähe, leichter Zugang, Maschinenlesbarkeit, Diskriminierungsfreiheit, Verwendung offener Standards, Lizenzierung, Dokumentation und Datenschutz.

Für Österreich wurden die international gültigen 8 Open Government Data Prinzipien um zwei neue ergänzt, die die Stadt Wien mit dem KDZ in einem Vorgehensmodell entwickelt hat.

 

Open Data Wien

 

PP: Wie sehen Sie das Thema Open Data im Zusammenhang mit Open Government?

TSS: In der aktuellen Diskussion wird Open Government häufig mit Open Government Data gleichgesetzt. Dies ist eine verkürzte Betrachtung, da die Frage der Daten nur ein – wenngleich auch wesentlicher – Aspekt von Open Government ist. Open Government steht nicht nur für die Öffnung der Daten, sondern auch für die Öffnung der Prozesse und Ergebnisse in der öffentlichen Verwaltung. Die Daten sind die Grundlage für Open Government.

PP: Folgen Sie einem (Metadaten-)Standard zur Beschreibung der Datensätze?

TSS: Ja, wir folgen dem österreichischen Standard.

PP: Welche Software verwenden Sie für Ihr Open Data-Portal?

TSS: Derzeit view4. Zukünftig ist eine CKAN-Einbindung ist geplant.

PP: Welche Perspektiven sehen Sie für Ihr Projekt in den kommenden Jahren?

TSS: Ein kontinuierlichen Ausbau in mehreren Phasen ist angedacht. Es sind Formen der BürgerInnen-Beteiligung wie z. B. Wiener Charta / Umgestaltung des Schwedenplatzes geplant. Darüber hinaus soll es mit dem Modell "Open Government Data goes business" eruiert werden, welcher wirtschaftliche Nutzen sich durch offene Verwaltungsdaten ergibt.

PP: Vielen Dank Herr Skerlan-Schuhböck für Ihre Antworten. Dem Wiener Projekt wünschen wir weiterhin viel Erfolg.