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Kurzinterviews zum Thema "Open Data", Teil 4: Bremen und Offene Daten

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Kurzinterviews zum Thema "Open Data", Teil 4: Bremen und Offene Daten

Autor
Dr. Christian Knebel
Datum

In der 4. Runde unserer Kurzinterviews zum Thema "Open Data" geht es nach www.daten.berlin.de, www.offeneskoeln.de und zuletzt http://data.wien.gv.at/ in Richtung Norddeutschland. In Bremen beschäftigt man sich schon seit längerer Zeit mit "Offenen Daten". Im Juni gab es eine offizielle Anfrage seitens der Politik zum Thema. Die Initiative von "Daten.Bremen" hat dazu eine Erklärung abgegeben, die online zum Download bereit steht. Wir stellten Isabella Schicktanz, eine der Ansprechpartner des Projektes,  unsere Fragen.

Open Data Bremen

 

publicplan GmbH (PP): Sehr geehrte Frau Schicktanz. Vielen Dank erst einmal, dass Sie unseren Fragenkatalog beantworten. Unsere erste Frage: Wie genau sieht die Zielsetzung des Open Data-Projektes aus?

Isabella Schicktanz: Wir haben eine 9-Punkte Liste. Dies sind wie folgt.

1. Bestehende Informationsfreiheitsgesetze nutzen und ausbauen

2. Organisatorische Veränderungsschritte für den Kulturwandel in der Verwaltung entwickeln

3. Nutzungsfreundliche Erschließung voranstellen

4. Technische Standardisierung als Voraussetzungen für eine breite Umsetzung sicherstellen

5. Differenzierte Kostenregelungen schaffen

6. Maschinenlesbarkeit realistisch umsetzen

7. Standardisierte Regelungen für lizenzfreie Veröffentlichungen verwenden

8. Zentrale Plattformen dezentral speisen

9. Eine neue Infrastruktur planen

Im Detail steht das Ganze auch auf unserer Website in unseren Bremer Empfehlungen (http://www.daten.bremen.de/sixcms/detail.php?gsid=bremen02.c.734.de) aufgelistet.

PP: Wie sehen Sie das Thema Open Data im Zusammenhang mit Open Government?

IS: In Bremen verfolgen wir den Open Data Ansatz als Grundlage für Open Government, das deutlich weiter geht (z.B. klassische Bürgerbeteiligungsverfahren). In unserem ersten Schritt haben wir die Machbarkeit von Open Government Data ermittelt und wollen ganz bewusst zunächst mit Open Data „starten“.

PP: Folgen Sie einem (Metadaten-)Standard zur Beschreibung der Datensätze?

IS: Für die Metadatensätze ziehen wir verschiedene Vorlagen und „Quasi-Standards“ heran: wir nehmen an einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe Open Government des Bundesministerium des Inneren teil, bei der alle Länder vertreten sind und an einer gemeinsamen Open Government Data Strategie und –Plattform arbeiten. Hier wird mit den Ländern und vor allem Vertretern aus dem Bereich Geo (wegen INSPIRE-Richtlinie), Statistik (wg. Statistikgesetz) und Verbraucherschutz (wg. Verbraucherschutzgesetz) zusammen an einem Metadatensatz gearbeitet. Zusätzlich nehmen wir uns die Best Practice-Beispiele aus Europa vor und übernehmen die besten Ideen. Hier sieht man aber sehr schnell, dass es einen gemeinsamen Nenner gibt und nur wenige Datenfelder variieren.

PP: Welche Software verwenden Sie für Ihr Open Data-Portal?

IS: Alle Internetauftritte der bremischen Dienststellen und auch unser Informationsregister (IFG) sowie unser Landesportal basieren auf einem CMS mit dem Namen SixCMS, für das wir im Land Bremen eine Landeslizenz erworben haben. Die Open Data Plattform – die mit allen Internetauftritten und dem IFG-Register „kommunizieren“ soll, ist deshalb mit dem gleichen System erstellt worden.

 

Open Data Bremen

 

PP: Welche Perspektiven sehen Sie für Ihr Projekt in den kommenden Jahren?

IS: Durch die Bereitstellung der technischen Plattform und des Redaktionskonzeptes für die dezentrale Pflege der Daten wurden die Grundlagen geschaffen. Für eine verbindliche Verankerung von Open Government Data sind rechtliche, technische, organisatorische und finanzielle Maßnahmen erforderlich, die zu unseren Arbeitsschwerpunkten in den nächsten Jahren gehören:   

Harmonisierung der Veröffentlichungspflichten und -bedingungen für Dokumente nach BremIFG, BremGeoZG, BremStatG und VIG.   

Abstimmung IFG/Open Data mit Geodatenzugangsgesetz/INSPIRE-Richtlinie   

Erarbeitung einheitlicher Metadaten zur Beschreibung der Daten - Gemeinsam mit Bund und Ländern   

Planungs- und Berichtsvereinbarungen als Katalysator für einen Kulturwandel   

Motivationskampagne für eine Kultur der Offenheit „Gut gefunden werden“.

PP: Vielen Dank Frau Schicktanz für Ihre Antworten. Dem Bremer Projekt wünschen wir weiterhin viel Erfolg.

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Hier finden Sie das Kurzinterview zu "Open Data Wien"

Hier finden Sie das Kurzinterview zu "Open Data Berlin"

Hier finden Sie das Kurzinterview zu "Offenes Köln