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MAI-Tagung 2012: Konferenz zu "Museum And The Internet" in Leipzig

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MAI-Tagung 2012: Konferenz zu "Museum And The Internet" in Leipzig

Autor
Dr. Christian Knebel
Datum

Die mittlerweile 12. Auflage der MAI-Tagung fand vor 2 Wochen in den Räumlichkeiten der Alten Börse/Stadthistorisches Museum in Leipzig statt. Im Vergleich zu den Vorjahren erwartete die Teilnehmer ein noch umfangreicheres Programm an den zwei Tagen. Sowohl in der Menge mit 27 Vorträgen (mehr Shortcut-Beiträge als zuvor) und zwei Workshops, als auch bezüglich des Themenspektrums. Auch wir waren mit dabei im Programm und beleuchteten die Chancen und Möglichkeiten des Netzwerks Google+ für die Museumslandschaft. Neben dem Themenfeld "Museum" wurden auch viele Webprojekte aus artverwandten und interdisziplinären Bereichen (Portale, Bibliotheken, EU-Projekte,...) vorgestellt.

Im Folgenden möchten wir ein paar ausgewählte Programmpunkte herausstellen, die unserer Meinung nach wichtige Aspekte der Arbeit mit Webtechnologien im Museums- und Kulturbereich exemplarisch aufzeigten.

Dass das Thema Barrierefreiheit im Internet zunehmend an Wichtigkeit gewinnt, zeigt auch der wiederholte Auftritt von Brigitte Bornemann, die bereits vor einigen Jahren die BITV-Standards für Websites präsentierte. Da viele Museen in öffentlicher Trägerschaft sind, ist diese Thema sogar verpflichtend zu beachten, auch wenn im Vortrag deutlich wurde, dass die Richtlinien für Barrierefreiheit/Barrierearmut zum Teil schwer umsetzbar sind. Selbst auf Websites des Bundes gelingt dies nur ansatzweise. Hier ist nachwievor viel Nachholbedarf!

Ein weiterer Themenkomplex zog sich quer über beide Tage. Nämlich die Nutzung des mobilen Internets. Mittlerweile gibt es in Deutschland über 60 verschiedene Smartphone-Apps von Museen. Auf der MAI-Tagung wurden verschiedene Projekte vorgestellt, bei denen mobile Endgeräte eine entscheidene Rolle spielen. So präsentierte Helge David die Culturecaching-Tour durch Bonn zur Ausstellung über Heinrich Hertz im Deutschen Museum oder Dr. Holger Simon zeigte Perspektiven der Nutzung von Augmented Reality auf. Immer wieder hörte man die Worte "mobiles Internet", "Apps" und "Smartphones". Zurecht: Denn auf dem Markt der mobilen Endgeräten passiert seit 2 -3 Jahren sehr viel. Und das wird sich in den nächsten Jahren weiter verstärken. Gerade interaktive, partizipative und erlebnisorientierte Anwendungen, die dem User einen hohen Mehrwert bietet, werden gefragt sein. Ebenso wird bei der Vielzahl an Endgeräten und Anbietern auch die Plattformunabhängigkeit der Apps an Relevanz gewinnen.

Vortrag auf der Mai Tagung

Social Media war wie bereits in den vergangenen Jahren ein großes Thema auf der MAI-Tagung. Neben unserem Beitrag zu "Deutsche Museen und Google+" stellten zum Beispiel einige Studentinnen der HTW Berlin eine Studie über Museen bei Facebook vor und zeigten, welche Beiträge wie von den Usern wahrgenommen werden und welche Reaktionen damit hervorgerufen werden. Ein wichtiger Beitrag, da der Aspekt der Kommunikation mit den Nutzern bei vielen Museums-Präsenzen noch immer zu kurz kommt. Museen, die Ihre Social Web-Aktivitäten vorstellten, waren 2012 auf der MAI-Tagung leider rar (lediglich das Stadtmuseum Münster). Da wäre es doch schön, wenn 2013 mehr aus der Praxis erzählt werden würde.

Vortragender der Mai Tagung

Darüber hinaus wurden viele aktuelle oder noch startetende Projekte vorgestellt. Mit dabei: die Online-Sammlung des Jüdischen Museums Berlin, das Modellprojekt "Schnittstelle Museum und Schule" des Bezirks Oberfranken oder auch die Online-Datenbank des Deutschen Historischen Museums. Eine Premiere war der Aufritt von Marcus Cyron von Wikipedia. Er wird ab demnächst der erste "Wikipedian in Residence" in Deutschland sein. Dabei fungiert er im DAI zwischen Institut und Usern. Ein Projektmodell, das sicherlich auch bei vielen Museen funktionieren würde. Doch hierzu kommentierte Cyron, dass die Resonanz nach mehreren Anfragen nicht so positiv war.

Auf der MAI-Tagung wurde übrigens ordentlich getwittert. An zwei Tagen kamen über 700 Tweets von Teilnehmern und Beobachtern, die auf Tweets reagierten, zustande. So hat die Tagung auch über das eigentliche Auditorium hinaus eine ordentliche Reichweite im Netz, obwohl es keine eigenen Accounts der MAI-Tagung bei Twitter oder Facebook gibt. Der Hashtag #maitagung wurde übrigens so häufig genutzt, dass es "trending topic" wurde.

Twitterwall der Mai Tagung

Dies zog bedauerlicherweise auch die Reaktion mit sich, dass viele Spam-Bots das Schlagwort nutzen. Teilnehmerin Tanja Neumann aus Frankfurt richtete nicht nur im Vorfeld eine Twitterwall für die Tagung ein, sondern stellte auch über Storify eine eingefrorene und spam-befreite Tweet-Dokumentation für Tag 1 und Tag 2 zusammen. Zudem hat Tanja Neumann eine Auswertung der Tweets vorgenommen und sie auf Slideshare online gestellt.

Vielen Dank an alle Sprecher/innen der MAI-Tagung, dem Organisator Thilo Martini, der in seiner gewohnt charmanten Art Zeitplan und Programmfaden einzuhalten wusste, sowie seinem gesamten Team vom LVR für diese produktive MAI-Tagung. Wir freuen uns auf 2013!

Übrigens: Die Präsentation unseres Vortrags "Ab jetzt sind Museen 'Einkreisbar'. Was das Netzwerk Google+ für Museen leisten kann und wie deutsche Museen dies nutzen" ist über Slideshare und Scribd einseh- und downloadbar. Bei Fragen rund um das Thema Google+ oder andere Netzwerke kontaktieren sie uns gerne per Mail oder telefonisch.