publicplan E-Government Blog

MOGDy, API.LEIPZIG und die Ausbaufähigkeit von Open Data in Deutschland (Teil 1)

Blog

Kontakt

publicplan GmbH

Kennedydamm 24
40476 Düsseldorf

 

Tel +49 (0)211 635501-80
Fax +49 (0)211 635501-89

 

Torstraße 218
10115 Berlin

 

Tel +49 (0)30 6098980-80
Fax +49 (0)30 6098980-89

infoatpublicplan.de

MOGDy, API.LEIPZIG und die Ausbaufähigkeit von Open Data in Deutschland (Teil 1)

Autor
Dr. Christian Knebel
Datum

In den vergangenen Monaten haben wir von publicplan mit insgesamt 4 Vertretern von Open Data-Projekten im deutschsprachigen Raum Kurzinterviews durchgeführt. Mit dabei waren KölnBerlinWien und zuletzt Bremen. Die 4 Städte haben gezeigt, dass es unterschiedliche Ideen und Ansätze im Umgang mit Offene Daten gibt, die einen Mehrwert für die Bürgerinnen und Bürger schaffen können. Was sich aus dem Thema Open Data im Bereich eGovernment alles entwickeln kann, zeigte bereits der diesjährige Wettbewerb "Apps 4 Deutschland".

Unsere Anfragen für die Kurzinterviews haben wir auch an weitere Open Data-Initiativen in verschiedenen Städten und Regionen gerichtet. Leider war die Gesprächsbereitschaft dort eher begrenzt, so dass wir mit diesem und dem kommenden Blogpost noch einige der abgeschlossenen und aktuellen Projekte kurz beschreiben und somit auf diesen Wege vorstellen möchten, bevor wir in 4 Wochen mit einem letzten Kurzinterview auch ein Fazit zu diesem Thema ziehen.

Zusammengefasst: "München und Offene Daten"

MOGDy war das Pilotprojekt in Sachen "Open Data" in Bayern. Das Synonym "MOGDy" steht dabei für den "Munich Open Government Day", eine mehrmonatige Aktion, die vom 01. Dezember 2010 bis 30. Juni 2011 in München stattfand. Dabei beschäftigte sich das Projekt MOGDy vordergründig mit der Frage, wie der genaue Nutzen für die Bürger aussehen kann, wenn eine Verwaltung "sich öffnet" und Daten bereitstellt. Das Projekt wurde von der Landeshauptstadt München in Kooperation mit externen Partnern durchgeführt und ist auf muenchen.de umfassend dargestellt.

Im ersten Schritt wurde online eine Ideensammlung via Wettbewerb zusammen getragen. Nach einigen Wochen richtete die Stadt München einen darauf aufbauenden Programmierwettbewerb aus, um einen Anreiz für Entwickler zu schaffen. Es galt aus den veröffentlichten Daten nützliche Programme zu erstellen und diese zur Verfügung zu stellen. Die besten Umsetzungen wurden im Anschluss prämiert. Das eigentliche MOGDy-Projekt erreichte sogar beim 11. eGovernment-Wettbewerb in Berlin in der Kategorie “Innovativstes Projekt” den dritten Platz und erhielt beim European Public Sector Award ein "Best Practice Certificate".

Screenshot der Website www.apileipzig.de/ das Open Data-Projekt "API.LEIPZIG" in Sachsen

Zusammengefasst: "Leipzig und Offene Daten"

Die Stadt Leipzig kann als eine der ersten Städte in den neuen Bundesländern mit einem Open Data-Projekt aufwarten: Die Initiative "API.LEIPZIG" basiert auf einem starken Community-Gedanken. Mit privatem und unternehmerischem Engagement sowie mit Unterstützung der “Leipziger Agenda 21” wurde eine Schnittstelle für den Zugriff auf Daten der Stadt entwickelt. Über diese Schnittstelle können strukturierte, öffentliche Daten aus Leipzig zur freien Verwendung abgerufen werden. Externe Entwickler haben dadurch die Möglichkeit, diese Daten zu nutzen und Anwendungen daraus zu entwickeln.

Beim Start von API.LEIPZIG konnte auf statistische Daten auf Stadtteilebene, das Branchenhandbuch Medien der Region Leipzig und den Veranstaltungskalender der Kultur- und Kreativwirtschaft zugegriffen werden. Um die Nutzung der API.LEIPZIG interessanter zu gestalten, werden jedoch noch deutlich mehr Datenquellen benötigt. Ende 2011 gab einer der Verantwortlichen des Projektes, Matthias Petzold, ein Interview auf www.government2020.de und gewährte damit noch weiterführende Einblicke. Zur Zeit stellt sich die Initiative neu auf, was auf einen nächsten Schritt in Sachen "Offene Daten" in Sachsen hoffen lässt.

Open Data-Angebote sind noch ausbaufähig

Was sich bei vielen bestehenden Open Data-Projekten und -Initiativen zeigt ist, dass die Ausbaufähigkeit eine der Grundideen ist. Oft handelt es sich in Deutschland bislang um Pilotprojekte - wie auch bei den beiden oben beschriebenden. Das Thema wird sowohl auf Landes- und Bundesebene als auch in den Kommunen stark diskutiert, Veranstaltungen rund um eGovernment kommen gar nicht um "Open Data" herum. Doch bislang sind es nur Einzelprojekte, die hervorstechen.

Screenshot der Website www.open-data-studie.de, Studie/Umfrage zum Thema "Open Data" auf Bundes- und Länderebene sowie in den Kommen

Das ist nicht nur unsere Einschätzung, sondern auch die von "kommune21". Die Fachzeitschrift zu eGovernment stellte in einer Notiz eine Umfrage vor, welche unter anderem von der Hochschule Harz durchgeführt wurde. Im Text heißt es: "Die bisherigen Aktivitäten der Behörden sind noch relativ weit entfernt vom eigentlichen Grundgedanken der offenen Daten". Entwicklungsfähig sei vor allem die Qualität der zur Verfügung stehenden Daten, die meist nicht maschinenlesbar sind. Die Studie kommt aber auch zum Ergebnis, dass es bereits viele kleinere Open Data-Realisierungen gibt - vor allem in den Bereichen Geografische Informationssysteme, Finanzen, Haushalt und Statistik. Als Hürden für eine zügige und breiter angelegte Herausgabe von Daten werden vor allem rechtliche gegebenheiten und der Datenschutz genannt. Mehr Details zur Studie gibt es auf www.open-data-studie.de.

Vorschau

Im Teil 2 dieses Artikels, der demnächst erscheinen wird, stellen wir noch einmal zwei weitere Open Data-Projekte aus Deutschland vor und gehen erneut auf die Chancen und Problematiken ein, die die Bereitstellung von Offenen Daten seitens der Kommunen und Länder mit sich bringen.