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Open Source in der öffentlichen Verwaltung? Das ist doch viel zu gefährlich!

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Open Source in der öffentlichen Verwaltung? Das ist doch viel zu gefährlich!

Autor
Dr. Christian Knebel
Datum

Ein Satz, den man als IT-Berater für die öffentliche Hand oft hört, im ersten Moment aber auch verständlich ist. Eine Software, bei der der Quellcode für jedermann frei zugänglich ist, an dem Hunderte von Entwicklern auf der ganzen Welt gearbeitet haben, kann doch nicht sicher sein, oder?

Die Hersteller proprietärer Software versuchen natürlich alles zu unternehmen, um ihre Produkte sicher zu machen. Was aber bei einem Produkt schwierig ist, wenn es einmal fertig ist. Der Kunde wird gezwungen, meist kostenpflichtige Updates zu beziehen. Bei freier Software kann jedermann den Quellcode einsehen, auf Fehler überprüfen und ggf. korrigieren. Die Softwareentwicklung ist also nie abgeschlossen. Eines der bekanntesten Open-Source-Produkte ist sicher das Betriebssystem Linux. Auch wenn es für Cyberkriminelle „gewinnbringend“ wäre, die zahlreichenden auf Linux basierenden Server zu infiltrieren, gibt es kaum Viren. Das Sicherheitskonzept, welches von so vielen Menschen überall auf der Welt für Linux entwickelt, geprüft und getestet worden ist, scheint also zu funktionieren.

 

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Besonders relevant, gerade für staatliche Einrichtungen und Behörden, ist die Prüfbarkeit auf Backdoors und anderen bewusst eingebrachten Mechanismen, welche für politische oder wirtschaftliche Spionagezwecke verwendet werden können. Die Nachrichtendienste berichteten in der Vergangenheit immer wieder, dass die NSA entsprechende Backdoors bei den großen Softwareherstellern eingeschleust hat, ob nun mit oder ohne deren Wissen/Zustimmung. So etwas kann man nur ausschließen, wenn man einen prüfenden Blick in den Quellcode wirft - und vor allem werfen kann.

Abgesehen von vermeintlich unsicheren Produkten hat Open-Source-Software allgemein kein besonders gutes Image. Viele sind noch immer der Meinung, dass ein „kostenloses“ Produkt per se nicht mit einer kommerziellen Lösung konkurrieren kann. Dieses Klischee wird vor allem dadurch unterstützt, das Open-Source-Produkte kaum Öffentlichkeitspräsenz aufweisen. Wer investiert schon in kostspielige Werbung, wenn er später mit dem Produkt keinen Gewinn machen kann – denn es ist ja „umsonst“.

Wir von der publicplan GmbH arbeiten seit Jahren mit Open-Source-Produkten und empfehlen diese unseren Kunden. Nur durch die Nutzung von Open-Source-Produkten ist es uns auch für den öffentlichen Sektor möglich, preisgünstige Individuallösungen anzubieten, die den fachspezifischen Bedürfnissen unserer Kunden gerecht werden.

In der öffentlichen Verwaltung wird aber immer noch nur selten auf Open-Source-Produkte zurückgegriffen. Zwar erläutert die Bundesregierung in einer Erklärung: „Bei Beschaffung der Bundesverwaltung bauen wir praktische Hemmnisse für Open-Source-Produkte ab.“ Die Open Source Business Alliance geht da noch einen Schritt weiter und fordert, dass alle Produkte, die in öffentlichen Verwaltungen entwickelt werden, der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt werden müssen (also Open Source), denn schließlich hat ja auch jeder Bürger dafür gezahlt.

Neben vielen weiteren Vorteilen springt noch ein weiterer besonders heraus: Wir sind nun mal, wenn es um IT-Systeme geht, weitestgehend abhängig vom Silicon Vally. Es hat also auch eine standortpolitische Bedeutung für Deutschland und Europa. Für eine unabhängige europäische IT-Industrie, welche eine souveräne Datenverarbeitung und -speicherung für Unternehmen und die öffentliche Verwaltung bietet, ist eine offene, transparente und dezentrale Softwareentwicklung entscheidend.

Natürlich bekommen auch alle proprietären Softwarehersteller den Wandel von Open-Source-Produkten mit und werden sich sicher nicht so schnell geschlagen geben. Nur, weil man Open-Source-Produkte verwendet, darf man sich natürlich nicht der Illusion hingeben, eine Individuallösung wäre umsonst. Dennoch ist es notwendig, über die Vor- und Nachteile beider Varianten nachzudenken, um für sich die Beste finden zu können.

Wir, die publicplan GmbH, beraten Sie gerne beim Finden und Umsetzen der für Sie optimalen Softwarelösung.